Umweltgerechtes Handeln


Vom Kopf übers Herz in die Füße und Hände

„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ - die Stimmen der jungen Menschen, die weltweit und unbeirrbar jeden Freitag zu hören sind, berühren mein Herz. Und wenn ich Greta Thunberg, diese kleine Person, die diese Bewegung ausgelöst hat, wenn ich sie in ihrer kompromisslosen Klarheit sprechen höre, kommen mir die Tränen. Welche Sehnsucht wird da berührt?

Wissenschaftler rechnen es uns seit Jahren vor: Die Chance, unseren Planeten vor unumkehrbaren Klimaveränderungen zu bewahren, haben wir nur, wenn die Weichen ganz schnell gestellt werden hin zu einer Abkehr von den fossilen Brennstoffen. Nicht nur das, sondern auch auf allen Ebenen unseres Lebens und Wirtschaftens braucht es einen tiefgreifenden Wandel: in der verschwenderischen Art und Weise, Müll zu produzieren, in der aufwendigen Art, uns fortzubewegen, in einer räuberischen Landwirtschaft, die die Böden auslaugt und vergiftet.

Unsere Landeskirche hat 2017 mit einem Klimaschutzprogramm auf die Herausforderung reagiert und ein Umweltbüro eingerichtet. Beim letzten Netzwerktreffen dort habe ich erlebt, wie Herr Baaske und vier Klima- schutzbeauftragte fieberhaft daran arbeiten, damit das Klimaschutzziel erreicht werden kann. 85% des CO2 – Verbrauchs, gemessen an 2015, sollen bis 2050 wegfallen! Doch das kann nur zu schaffen sein, wenn nicht irgendwann, sondern jetzt die notwendigen Maßnahmen in jeder einzelnen Gemeinde ergriffen werden. Dazu braucht es Wissen, Berechnungen, und Beratung. Sonst bleibt das gute Konzept ein weiteres Papier für die Schublade. Und damit diese Arbeit über September 2020 hinaus, solange ist diese Stelle bewilligt, geleistet werden kann, appellieren wir an die Kirchenleitung und die Landessynode, diese notwendige Arbeit weiterhin zu finanzieren!

Wachstum muss neu definiert werden – darüber sind sich die Wissenschaftler, die sich hinter die Bewegung „FridaysForFuture“ stellen, einig. Wie das politisch erreichbar ist, darüber muss heftig gestritten werden. Ungebremstes Zellwachstum im Organismus bezeichnet man in der Medizin als Krebs. Die Diagnose für unseren Planeten laut Eckart von Hirschhausen, dem Arzt und Komiker: „Multiorganversagen – die Lunge im Amazonas wird abgeholzt, der Jetstream-Kreislauf bricht zusammen, die Meere sind verstopft mit Plastik und können bald keine Wärme mehr aufnehmen – ein Fall für die Intensivstation“!

Niemand kann mehr sagen, er habe es nicht gewusst.

Zum Schluss ein Satz auf einem Plakat, der meine Sehnsucht nach radikaler Umkehr berührt:

„Wer verstanden hat und nicht danach handelt, hat nicht verstanden.“

 

Margrit Schmidt, Umweltteam