Freud und Leid


„Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.“
„Singen werde ich, auch wenn ich meine Blumen mitten aus Dornen pflücken muss.“
(Tageslosung vom 21.10.2017)

Traurig nehmen wir Abschied von Andrea Zedler.
Über Jahrzehnte war sie in unserer Gemeinde aktiv, etliche Jahre als Sängerin in der Kantorei, später als Lektorin und Prädikantin. Mit ihrer freundlichen, begeisterungsfähigen, oft unkonventionellen Art setzte sie wichtige Akzente im Gemeindeleben und entwickelte Ideen, wie Gottesdienste lebendiger und fröhlicher gestaltet werden können. „Gottesdienst“, das verstand sie im wahrsten Sinne des Wortes als Dienst: Dienst an den Menschen, die Anspruch auf einen gut vorbereiteten Liturgen haben, und Dienst vor Gott. Da war sie leidenschaftlich und so wurden ihre Gottesdienste zu Perlen im Kirchenjahr: Die Osternacht und mancher Karfreitagsgottesdienst mit der Kantorei, die Christmette am Heiligen Abend mit dem Ensemble Estragon, Sonntagsgottesdienste, Taufe, Beerdigung. Immer fand sie Worte, mit denen sie die Herzen berührte und die des Anlasses würdig waren.
Eine andere Fähigkeit war das feine Gespür für die Sorgen und Nöte der Menschen, denen sie begegnete und die sich ihr anvertrauten. Als Seelsorgerin konnte sie zuhören, trösten, mitfühlen.
„Singen werde ich, auch wenn ich meine Blumen mitten aus Dornen pflücken muss.“
(Therese von Lisieux)
Über ihre eigene Erkrankung sprach sie ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid, aber mit der großen Hoffnung und dem starken Willen gesund zu werden und zu leben. Sobald ihre Kräfte es zuließen, war sie in der Gemeinde aktiv, übernahm Aufgaben, wollte Dinge vorantreiben. Wenn sie nicht so konnte wie sie gerne wollte oder manches nur langsam umzusetzen war, spürte man eine gewisse Ungeduld: Sie hatte noch so viel vor, noch so viele Ideen! Zuletzt war es die Lutherausstellung, die sie in den Gemeinderäumen mitgestalten wollte, eine Fortbildung für Lektor*innen anbieten, noch eine Christmette mit dem Ensemble Estragon.
Am 21.Oktober 2017 ist sie gestorben.
„Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.“
(Psalm 39,8)
Wir wissen, dass Andrea Zedler mit dieser Hoffnung und diesem Vertrauen starb, obwohl sie gerne noch gelebt hätte.
Mit den Worten des Kleinen Prinzen „Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein mich gekannt zu haben“ sind wir dankbar für die Jahre mit ihr. Diesen Trost wünschen wir auch ihrer Familie.

Der Gemeindekirchenrat

Veränderungen in der Gemeinde