Kirchentag 2017


Das Programm ist da

Unter dem Link als pdf-Datei abrufen:

https://www.kirchentag.de/programm

 


„Du siehst mich“. Du, Gott, siehst mich Mensch. Dies ist im 1. Buch Mose die Erkenntnis von Hagar, einer jungen Frau auf der Flucht. Ihr ist Unrecht geschehen. Gott sieht sie. Er sieht ihre Situation und gibt Rat. Hagar fühlt sich wahrgenommen und beachtet. Daraus schöpft sie Kraft.

„Du siehst mich“. Du, Mensch, siehst mich Mensch. Die Freude darüber, dass mich jemand sieht und sich für mich interessiert, die kennt Jede und Jeder. Das verbindet Menschen untereinander, egal ob, was oder an wen sie glauben. Der Kirchentag kommt nach Berlin, in diese säkulare und zugleich multireligiöse Stadt. Er will sich nicht nur auf das Messegelände zurückziehen. Sondern seine über 100.000 Teilnehmenden werden in der Stadt unterwegs sein, wollen sehen, wahrnehmen und fragen: Wer bist du? Was ist dir wichtig? Was macht dich aus?

In Berlin ist nichts, was mit Religion zu tun hat, selbstverständlich. Deswegen wird der Kirchentag fragen: Wie können wir verständlich reden; davon, dass wir glauben, dass Gott uns ansieht? Welche neue Sprache brauchen wir, um gemeinsam über Dinge zu sprechen, die jeden Menschen in seinem Innersten bewegen? Christinnen und Christen sind eine gesellschaftliche Kraft, aber sie sind Teil eines Ganzen. Daraus ergeben sich Blicke auf Augenhöhe für ein neues Miteinander.

Der reformatorische Aufbruch vor 500 Jahren war ein Ausbruch aus alten Gewohnheiten. Reformation ist Veränderung. Wie brechen wir heute auf, mutig, kreativ und mit Kraft, um Herausforderungen von Klimakrise, Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Friedenskrise zu begegnen?

Aber auch umgekehrt: Wie halten wir Stand in Zeiten rasanter Transformationsprozesse. Was trägt und was ist überhaupt noch gewiss? Was hält Gesellschaft zusammen, wenn alte Gewissheiten wegzubrechen drohen? Gibt es Grenzen der Toleranz? Leben in Vielfalt. Gerade in Berlin schon immer. Wir wollen Gesellschaft neu denken. Wie kann Gemeinschaft bestehen bleiben, wo sich ganze Landstriche im Osten Deutschlands entvölkern? Und wie kann Gemeinschaft entstehen, wo jeden Tag Neues und auch Fremdes hinzukommt? Wir sollten damit beginnen, dass wir hinsehen, ansehen, annehmen – und auch uns ansehen und anfragen lassen.

Christina aus der Au, Präsidentin des 36. DEKT, gekürzter Auszug aus: https://www.kirchentag.de/programm/losung_und_themen/losung.html