Verbrauchswerte 2017


Der Grüne Hahn – Interpretation der Auswertungen der Verbrauchswerte 2017

Wie auch in den vergangenen Jahren erfasste das Umweltteam im Jahr 2017 regelmäßig die Werte der Zähler für Strom, Wärme, Öl bzw. nunmehr auch Erdgas und Wasser. Üblicherweise liest der Haus- und Kirchwart die Werte ab, im vergangenen Jahr wurde dies im wesentlichen durch die Mitglieder des Umweltteams selbst durchgeführt. Angestrebt wird, dass der Haus- und Kirchwart dies wieder selbständig durchführt.

Stromverbrauch:
Der Stromverbrauch in der Gemeinde ist mit 17.306 kWh gegenüber 16.325 kWh im Vorjahr um 6 % angestiegen. In den Jahren 2012 - 2014, in denen verlässliche Ablesungen des Umweltteams vorliegen, betrug der jährliche Verbrauch 18.666 kWh, insofern liegt demgegenüber noch eine Einsparung von 7 % vor. (1
Der Stromverbrauch innerhalb der Gemeinde kann nicht detaillierter erfasst werden, lediglich der Brennofen der Töpfergruppe wird über einen Unterzähler erfasst, hier fielen im Jahr 2017 nur 426 kWh gegenüber 2016 2.082 kWh an, die Töpfergruppe war viele Monate nicht aktiv. Einer der Gründe für den höheren Stromverbrauch kann in den zwei Aufführungen sowie den vielen Proben des Musicals „Christzilla“ des Ensemble Estragon im Rahmen des Evangelischen Kirchentages liegen, hier wurden Scheinwerfer und eine Audioanlage mit hohem Stromverbrauch eingesetzt.
Nicht abgeschätzt werden kann, ob im Zusammenhang mit den Bauarbeiten für die neue Heizungs­anlage ein hoher Strombedarf vorlag.


Der Stromverbrauch in der Kita ist von 23.098 kWh auf 22.582 kWh gefallen (2,2 %) und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Vorliegen der Aufzeichnungen im Jahr 2009. Hier gibt es zwei getrennte Stromzähler, sowohl der Verbrauch für das Kochen als auch der übrige Strom­ verbrauch ist gesunken.


Die Photovoltaik-Anlage lieferte 2017 nur eine geringere Stromeinspeisung von 3.294 kWh gegenüber 4.577 kWh im Vorjahr (28 % weniger). Es ist zu vermuten, dass wiederum einer der alten Wechselrichter ausgefallen ist, andererseits war auch die Sonneneinstrahlung 2017 gegenüber 2016 wesentlich geringer. Die Einspeisevergütung lag bei 1.667 €.

 

Wärme:

Die verbrauchte Wärmemenge lag 2017 bei 229,23 MWh gegenüber 2016 mit 215,74 MWh (Steigerung um 6,3 %), witterungsbereinigt² lag 2017 der Verbrauch bei 251,90 MWh gegenüber 234,51 MWh (Steigerung um 7,4 %).
Da der Wärmeverbrauch nach Heizkreisen getrennt ermittelt wird, können auch die Werte für die einzelnen Heizkreise angegeben werden, hier jeweils nur die witterungsbereinigten:

• Gemeindehaus: 2017: 91,07 MWh 2016: 91,02 MWh Steigerung: 1,2 %

• Kirche: 2017: 36,95 MWh 2016: 26,70 MWh Steigerung: 38,4 %

• Kita: 2017: 83,23 MWh 2016: 76,89 MWh Steigerung: 8,2 %

• Wohnungen: 2017: 40,65 MWh 2016: 39,91 MWh Steigerung: 1,9 %

Diese Wärmemengenzähler registrieren die durchlaufende Wärmemenge im Heizungskreislauf und sind unabhängig von der Art der Wärmeerzeugung (bis Mai 2017 Heizöl, ab September 2017Erdgas).
Die Steigerungen im Gemeindehaus und in den Wohnungen können als gering angesehen werden. Erstaunlich ist die Steigerung von 8,2 % im Bereich der Kita, dies widerspricht dem subjektiven Empfinden der Kita-Mitarbeiterinnen. Besonders eklatant ist die Steigerung von 38,4 % für die Kirchenheizung. Vergleicht man die Halbjahreswerte, so stellt man fest, dass der Mehrverbrauch vornehmlich im 2. Halbjahr (58,9 %) mit der neuen Luftheizung (seit September) aufgetreten ist.
Was ist hier passiert? Heizen wir mit der neuen Heizung erheblich mehr als mit der alten? Tatsache ist, dass die gehaltene Basistemperatur mit derzeit 13°C höher ist als bei der alten mit 10° C (Schutz der Orgel). Außerdem sind von September bis Dezember 2017 drei reguläre Heizzeiten pro Woche verabredet worden (ab Januar 2018 nur zwei), mit der alten Kirchenheizung waren es durch­schnittlich zwei pro Woche. Hier sollten noch weitere Absprachen mit der Gemeindeleitung erfolgen. - Die neue Luftheizung benötigt eine Versorgung mit 60° C heißem Heizungswasser, wird dies wegen der noch nicht installierten Regelung im Heizungskeller derzeit ununter­brochen bereit gestellt? Unabhängig vom hohen Verbrauch wird festgestellt, dass die Kirchen­heizung ihre Anforderungen bzgl. der Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfüllt. Ein zweiter Messwert für die Wärmeversorgung ist der Erdgaszähler, vergleichbar zum Ölstand bei der alten Ölheizung. Unter der Voraussetzung, dass der Zähler bei Betriebsbeginn im September 2017 bei 0 stand, haben wir im Jahr 2017 8.004 m³ Gas verbraucht. Der Verbrauch an Heizöl im 1. Halbjahr 2017 kann nur abgeschätzt werden, da die Reste im Tank einschließlich des Ölschlamms nicht bekannt sind. In dieser Kalkulation gehen wir davon aus, dass die gesamten 11.899 l Heizöl auch verbrannt wurden.

Es zeigt sich, dass die Werte für die Energieinhalte von Heizöl und Erdgas auch in der Praxis bei uns erreicht werden. Allerdings zeigt das Ergebnis beim Erdgas, dass unsere Wärmepumpe, die ja Wärme der Luft entzieht und dem Heizungskreislauf beisteuern soll, offensichtlich dies noch nicht erfüllt.
Hubert Busch – 17.01.2018
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(1 Das Jahr 2015 ist untypisch, da in jenem Jahr der Stromverbrauch wegen der sechs Aufführungen sowie sehr vieler Proben des Musicals „Christzilla“ des Ensemble Estragon sehr hoch war, hier wurden Scheinwerfer und eine Audioanlage mit hohem Stromverbrauch eingesetzt.
(2 Der Faktor zur Witterungsbereinigung auf der Basis der Gradtagszahlen für Berlin betrug 2017 0,91, im Jahr 2016 betrug er 0,92