Vorträge zur Architektur


Architektur der Kirche Neu-Buckow

Ansicht kurz nach 1964

Am 13.02.14 hielt Herr Manfred Guder vom Baubüro des Evangelischen Kirchenkreisverbandes einen Vortrag mit seiner Gliederung:
"Wir erkunden einen 50 Jahre alten Raum,
ganz kurz im Galopp die Kirchbautheorie und Entwicklung des 20. Jahrhunderts,
Architektur,  wichtige Details des Raumes,
mit all dem ein wenig Geschichte der Gemeinde Neu-Buckow",

mit Lichtbildern und gesanglich aufgelockert durch seine Tochter Anna mit eigenen Kompositionen.

Ausführlich berichtete er über die Vorgeschichte, soweit die Unterlagen es ermöglichten, wie 1960 die ersten Verhandlungen über einen Neubau begannen. 1962 wird der Pfarrbezirk Alt-Buckow von Neu-Buckow abgetrennt und der Grundstein gelegt. Wettbewerbssieger Architekt Wolfgang Pingel hat in seinem Entwurf das Gemeindezentrum als Saalkirche entworfen, entsprechend dem Zeitgeschmack, mehr Zweck- als zentralen Sakralbau neben der Straße, am Wege. Der Kita-Bau war schon bewußt eingeplant, erfolgte aber später. Der Glockenturm, nüchtern aus zwei Betonplatten, steht fast am Ende eines überdachten Zugangs über den Vorplatz westlich. Natursteinfassade und Kupferblechdach erhöhen die bauliche Qualität. Ein Vorraum mit Falttrennwand kann zur Gemeindearbeit und Erweiterung des Saals benutzt werden.

Durch das Haupttor und einen Vorraum sollte man in den Saal geradewegs zum Taufstein gelangen. Altar mit Kanzel sind etwas verschoben nach Norden auf einem Podest unter einem in die Wand eingelassenen, breitarmigen, farbigen Glasfensterkreuz mit Schutzmanteljesus-Charakter. Ein siebenflammiger Leuchter erinnert an die Menora und Zahlensymbolik (dreifaltiger Gott und 4 Elemente), er ist wie das Relief draußen an der Tür eine Arbeit vom Bildhauer Lutz Kampmann.

Herr Guder verweist auf ein Buch des ehemaligen Pfarrers See über die Schlichtheit der Waldenser Kirchen, das wohl Einfluß ausgeübt hat auf diese Inneneinrichtung, bewußt nicht sakral, sondern Gemeinde-Versammlungsort.

Die Fenster mit farbigen Teilscheiben, auch über und unter den Seitenwänden, lassen diese scheinbar schweben, geben bei Sonne ein freundliches Licht in den sonst eher mit Holzwänden, Holzdecke und Plattenboden dunkel ausgestatteten quadratischen Raum.

Dass jetzt das Taufbecken nicht in der Sichtachse des Eingangs, sondern abseits an der Lichterwand steht, fand Herr Guder bedauerlich, lobte andererseits aber die vielfältige Nutzungsmöglichkeit des Raumes.

Zusammenfassung W. Ernst

Moderne Sakralarchitektur

Vortrag_K.u.L.Nelius_Neu-Buckow.pdf

am 9.03.14 im Rahmen der Otto-Bartning Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau e.V.

Anschließend machten Herr und Frau Nelius mit Interessierten einen Kiezspaziergang.