Bestattung

Evangelische Bestattung – Abschied nehmen. Erinnern. Hoffen.


Jeder Tod hinterlässt eine Lücke, die niemand füllen kann.

Jeder Mensch ist einzigartig.

Jedes Leben ist kostbar – und jeder Abschied erzählt von einer besonderen Geschichte.

 

In der Trauer bleibt die Liebe zu einem Menschen lebendig. Gott kennt jeden Menschen beim Namen. Gott schenkt das Leben und vollendet es.

„Den eigenen Tod stirbt man nur. Mit dem Tod der anderen muss man leben.“ – Mascha Kaléko


Diese Worte bringen eine tiefe Erfahrung von Trauer zum Ausdruck: Der Abschied von einem geliebten Menschen verändert das eigene Leben. Nichts ist mehr wie zuvor. Was bleibt, sind Erinnerungen, die Liebe und die Spuren, die ein Mensch hinterlassen hat.
Trauer braucht Zeit und Raum. Zeit für Tränen und für Dankbarkeit. Zeit für Fragen und für Stille. Zeit, sich zu erinnern an das, was war, und langsam einen Weg in ein verändertes Leben zu finden.

 

Begleitung im Abschied

Eine evangelische Bestattung lädt dazu ein, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen. In der Begleitung einer Pfarrerin oder eines Pfarrers kann innegehalten werden, um das Leben des verstorbenen Menschen zu würdigen und die Erinnerungen, die Liebe und die Verbundenheit vor Gott zu bringen. Es kann über individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für eine evangelische Bestattung mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer gesprochen werden. Jeder Mensch ist einzigartig und auch jeder Abschied ist einzigartig.

 

Alles hat seine Zeit.

Auch die Zeit des Sterbens ist eine geschenkte Zeit:
eine Zeit zum Abschiednehmen, zum Zurückschauen auf das eigene Leben, zum Aussprechen dessen, was wichtig geworden ist, aber auch eine Zeit, um das auszusprechen, was vielleicht schwer war. 
Eine Zeit zum Ordnen von Dingen, die noch geregelt werden möchten.


Viele Menschen wünschen sich, zu Hause sterben zu können. Nicht immer lässt sich bestimmen, wo der letzte Weg gegangen wird. Doch es kann helfen, sich frühzeitig mit den eigenen Wünschen auseinanderzusetzen und mit Angehörigen darüber zu sprechen.
Sie können auch schon vorsorgen und vorher das Gespräch zu einer Pfarrerin oder einem Pfarrer oder mit einem Bestattungsinstitut suchen.


Wenn ein Mensch schwer erkrankt oder im Sterben liegt, können vertraute Pfarrerinnen und Pfarrer zur Begleitung gerufen werden. Sie kommen nach Hause, ins Krankenhaus oder in ein Hospiz, um da zu sein, zuzuhören, zu beten, zu segnen und auf dem Weg des Abschieds zu begleiten. Auch Klinikseelsorgende können Menschen und Angehörigen in dieser besonderen Zeit zur Seite stehen.


Nach dem Tod eines Menschen ist es wichtig, zunächst eine Ärztin oder einen Arzt zur Feststellung des Todes zu verständigen. Anschließend kann der weitere Weg mit einem Bestattungsinstitut besprochen werden. Auch eine seelsorgliche Begleitung ist in dieser Zeit möglich. Für eine christliche Trauerfeier wird eine Pfarrerin oder ein Pfarrer häufig über das Bestattungsinstitut angefragt. Es ist aber auch möglich, bereits vorher Kontakt zu einer Kirchengemeinde oder zum Segensbüro aufzunehmen und gemeinsam über Wünsche, Fragen und die Gestaltung des Abschieds zu sprechen.

 

Hoffnung über den Tod hinaus

Im Mittelpunkt der christlichen Bestattung steht die Hoffnung: Gott lässt keinen Menschen allein – weder im Leben noch im Sterben. Der Glaube vertraut darauf, dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod.
Die Bibel erzählt von einem Gott, der Menschen durch alle Zeiten begleitet – auch über die Grenze des Todes hinaus.
Im Buch der Offenbarung heißt es: „Siehe, ich mache alles neu.“


„Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“ (Offenbarung 21,4)


Diese Zusage kann tragen: Der Tod ist nicht das letzte Wort. Der christliche Glaube vertraut darauf, dass Gott neues Leben schenkt und die Verstorbenen liebevoll bei sich aufnimmt.
Viele Menschen finden Trost in den Worten des Psalms 91,11: „Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“
Und aus Psalm 139 spricht die Gewissheit:
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“
(Psalm 139,5)


Gottes Liebe ist größer als der Tod. Sie trägt Menschen durch die Dunkelheit der Trauer und schenkt Hoffnung, auch wenn der Weg schwer ist.
Die Bibel weiß darum, dass Trauer viele Gesichter hat:
„Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit.“
(Kohelet 3,4)


Jede Trauer darf ihren eigenen Weg gehen. Alles hat seine Zeit – auch die Erinnerung, die Dankbarkeit und das neue Hoffen.
Erinnern und Hoffen am Ewigkeitssonntag
Einmal im Jahr, am Ewigkeitssonntag, lädt die Kirchengemeinde dazu ein, der Verstorbenen zu gedenken. Ihre Namen werden im Gottesdienst verlesen und für jede verstorbene Person wird eine Kerze entzündet.
Eingeladen sind alle Menschen – unabhängig davon, ob der Verlust erst kurze Zeit zurückliegt oder schon viele Jahre vergangen sind. Der Ewigkeitssonntag schenkt Raum zum Erinnern, Trauern, Danken und Hoffen – getragen von Gottes Zusage:
„Siehe, ich mache alles neu.“

 

Begleitung auf dem Weg der Trauer

Manche Menschen erleben es als hilfreich, den Weg der Trauer nicht allein zu gehen. Trauergruppen können ein geschützter Ort sein, an dem Betroffene sich begegnen, Erfahrungen teilen, Trost finden und gemeinsam nach neuen Schritten in einem veränderten Leben suchen.
Informationen zu Trauergruppen im Evangelischen Kirchenkreis Neukölln finden Sie hier:

www.neukoelln-evangelisch.de/handeln-helfen/trauergruppen

 

Auch zu den Themen Sterben, Tod, Bestattung und Trauer gibt die Broschüre „Sein Haus bestellen … Sterben, Tod, Bestattung, Trauer“ des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln Orientierung und hilfreiche Hinweise zur Vorsorge und Begleitung – für die eigene Auseinandersetzung mit dem Lebensende oder als Unterstützung für Angehörige:

Zur Broschüre

 

Eine Homepage der Evangelischen Kirche im Sprengel Berlin bietet Informationen rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer. Dort finden Trauernde und Angehörige Hilfs- und Gesprächsangebote, Veranstaltungen sowie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die begleiten und unterstützen können:

www.trauer-und-leben.de